Ich lebe seit einigen Jahren vegetarisch, versuche immer bio und soweit wie möglich regional, saisonal und ethisch korrekt einzukaufen, mit anderen zu teilen, auch Produkte zu kaufen/holen, die andere vielleicht nicht (mehr) kaufen würden, so wenig wie möglich zu verschwenden. In allen Bereichen des Lebens noch und noch tiefer zu gehen und zu schauen, was kann ich wie am besten ersetzen, weglassen, selber machen. Auch bei der Ernährung und Erziehung unseres Hundes haben wir uns lange Gedanken darüber gemacht, wie wir das am besten auf natürliche Weise und im Rahmen unserer Möglichkeiten in einem modernen Stadtalltag umsetzen können.
Trotzdem war ich immer zwiespältig eingestellt gegenüber grünen Smoothies, super reichhaltigen Grassäften, dieses und jenes Wunderkraut usw. Einerseits habe ich gerne so einen richtig cool dekorierten Shake, der gesund aussieht, riecht und schmeckt, in veganen Restaurants bestellt und mich gut gefühlt, gerade etwas 100% gesundes und darüber hinaus noch wunderbares, alternatives und wunder-wirkendes zu trinken. Trotzdem fand ich das übertrieben, hätte das nie selbst zubereitet, Geld ausgegeben für Zusatzstoffe, die ja wohl auch einfach so im heimischen Gemüse zu finden sind. Und, ja, Menschen, die mit grünen Smoothies in den Öffis fuhren, habe ich etwas belächelt.
Mittlerweile hab ich viel recherchiert, angefangen eigentlich ein bisschen durch die Recherche bezüglich Hundefutter und welche Stoffe der Organismus eines Hundes denn so braucht – eigentlich sehr ähnliche wie der Mensch. Da ist mir dann aufgefallen, wie ich immer wiedermal Olivenöl, Nüsse, Gemüse und auch sowas wie Brennesseltee und das kürzlich selbst probierte Gerstengraspulver von meiner Mitbewohnerin in den Futternapf gemischt habe. Bei meinem Essen sind auch meist super Zutaten dabei, immer viel Gemüse, Öl zum Anbraten, tolle Gewürze, gute Tees usw. Aber so richtig akribisch schaue ich nicht darauf, welche Stoffe ich jetzt wann genau und in welcher Menge zu mir nehme.
Bloß, einige Stoffe will ich seit Längerem weglassen bzw. vermeiden (gar nicht so einfach, wo das überall versteckt drin ist), soviel ist klar. Laktose, Weizen, Gluten, Soja, Glutamat, Hefe, usw. Und auch Brot und Kaffee möchte ich nicht mehr zu mir nehmen. Für den Kaffee habe ich eine gute Alternative gefunden: Getreidekaffee (Malz, Dinkel, ..), der bei einigen Marken richtig gut schmeckt. Das mit dem Brot und überhaupt mit dem Frühstück ist dafür ein richtiges Dilemma. Wir in Österreich haben einfach so eine Tradition mit Brot, Käse, (eigentlich Wurst, aber darauf kann ich gut verzichten), Jause eben, dass es schwierig ist, sich umzustellen, Alternativen zu finden. Schaut man auf andere Kulturen findet man auch nicht so recht Gesundes.. Und Haferschleim, Fruchtmousse mit gesunden Körnern usw. habe ich probiert, daran kann ich mich aber beim besten Willen morgens nicht gewöhnen und esse dann nach einiger Zeit entweder gar nichts mehr oder doch wieder Brot.
Smoothies sind meine Lösung :) Es ist eine richtige Wohltat für Seele und Körper, aus verschiedensten einzelnen tollen Zutaten zu wählen, die einem Kraft für den Tag geben. Ich hab zB Haselnüsse gemahlen, Mohn gemahlen, Cranberries, Blütenpollen, Rosinen, Haferschrot, Agavendicksaft, Rohkakaopulver usw. Kann ich sehr empfehlen alles. Mit Fruchtmousse, Reismilch, Schafjoghurt, hab ich alles probiert, aber nicht durchgehalten, weil ich morgens darauf keinen Guster hab. Also mixe ich die Zutaten einfach mit etwas Wasser (oder Getreidemilch) und manchmal etwas Obst. Mit etwas Übung und einem Mixer (statt Pürierstab) werd ich das auch hinkriege, denke ich, morgens vor der Arbeit zu machen und es mir dann einfach mitzunehmen.
Ja, und dieses Auswählen aus verschiedenen Dingen, die mir den Tag versüßen, hat mich dann doch dazu gebracht, richtig powervolle Zutaten auszuprobieren. Jetzt teste ich gerade Gerstengras, Weizengras und Chia-Samen, über die ich kurz schreiben möchte. Näheres findet ihr zB im unabhängigen Informationsportal Naturinstitut.info.
SUPERFOOD bezeichnet ja eigentlich nichts anderes, als Lebensmittel, die im Vergleich zu anderen, super viele Stoffe enthalten.
GERSTENGRAS
Gras ist ja eigentlich fast das einzige, das der Mensch nicht verwerten kann und den Tieren überlassen ist. Aber wir haben uns schon so vieles angeeignet, warum soll man es dann nicht gut finden, wenn durch einen Trocknungs- und Pulverisierungsschritt die wertvollen Stoffe in Gras für den Menschen zugänglich gemacht werden?
Jedenfalls sind in Gerstengras so viele wertvolle Stoffe, in einer Ausgewogenheit wie wohl in keinem anderen Lebensmittel, dass es einfach sehr gesund ist und praktisch, denn mit einem einzelnen Lebensmittel versorgt man sich mit so vielen Stoffen auf einmal, dass es besser kaum geht.
Wir kennen Gerste als Korn, das zB für Bier verwendet wird. Gerstengras sind die jungen Blätter der Gerste. Es ist unglaublich reich an Vitaminen, Mineralien, Enzymen und Antioxidantien, im Detail: Vitamin C, Vitamin B1, Calcium, Eisen, Zink, Lunasin, Chlorophyll und Flavonoide. Ein koreanischer Wissenschaftler hat 200 Blattgemüse miteinander verglichen und keines hatte so viele Inhaltsstoffe in einer solchen Ausgewogenheit wie das Gerstengras. Die Ausgewogenheit macht es auch besonders gut verwertbar für den menschlichen Organismus. Es wirkt besonders gut auf den Magen-Darm Trakt, bei Übersäuerung und bei Infektionen oder Entzündungen. Und versorgt generell den Körper mit notwendigen, wichtigen Stoffen. Wie vielen Zusatzstoffen wird auch ihm nachgesagt, die Vermehrung von Krebszellen vermindern zu können. Mehr Infos hier. Es schmeckt ein bisschen wie Heu oder Spinat, aber man gewöhnt sich daran, in Smoothies oder im Müsli schmeckt man es kaum. Die Fülle der Inhaltsstoffe und der Fakt, dass mein Hund ganz wild darauf ist, hat mich überzeugt und ich werde es ab sofort in meinen Speiseplan integrieren.
WEIZENGRAS
Dann habe ich noch Weizengras besorgt, erstmal als Vergleich zu Gerstengras, ob es besser oder anders schmeckt, und auch weil es eine etwas andere Wirkung hat und anscheinend noch besser als Morgen-Kick zu verwenden ist.
Weizengras sind die jungen Triebe von Weizen (7-10 Tage alte Keime), die noch kein Gluten (Weizenkleber) enthalten, dafür aber noch sehr viele gute Stoffe. Genau gesagt: Vitamin C, einige B Vitamine (wie B1, B12! usw.), Eiweiß und Aminosäuren, Calcium, Eisen, Magnesium, Lutein, Vitamin K, Enzyme wie P4D1 und D1G1, Zink, Kupfer, Mangan und Selen. Naturinstitut.info schreibt dazu:
60 mal mehr Vitamin C als Orangen
11 mal mehr Calcium und
30 mal mehr Vitamin B1 als Rohmilch
5 mal mehr Eisen, 50 mal mehr Vitamin E als Spinat
5-mal mehr Magnesium als Bananen
Weizengrassaft stärkt das Immunsystem, wirkt desinfizierend, steigert die Sauerstoffaufnahmefähigkeit vom Blut, kann die Verdauung regulieren, den Cholesterinspiegel senken, gegen Erschöpfung und Hautprobleme wirken. Es hilft bei Darmentzündungen und Blutarmut. Außerdem wurde in Studien bewiesen, dass es Nebenwirkungen der Chemotherapie bei KrebspatientInnen lindern kann. Mehr Informationen hier. Unser Körper ist u.A. vom Gluten schon so verklebt und belastet, überall wird Weizen verwendet und es ist schwer, Alternativen zu finden bzw. die schon vorhandenen Ablagerungen loszuwerden. Die jungen Triebe derselben Pflanze können vielleicht Abhilfe schaffen. Ich geben der Pflanze Weizen noch einmal eine Chance.
CHIA SAMEN
In Hinblick darauf, sämige Smoothies oder auch mal „Müslibrei“ machen zu wollen, die mir als Frühstück Kraft und Ausdauer für den Tag geben, habe ich auch Chia Samen als Probe gekauft, um zB auf Müsli oder Hafer verzichten zu können. Ich habe noch nicht entschieden, ob Hafer oder Chia besser ist, oder ganz etwas anderes, aber hier schonmal Infos dazu.
Chia-Samen kannten schon die Maya, übersetzt aus deren Sprache heißt Chia „Stärke“. Sie wurden von Indigenen zB als Wegzehrung für lange Strecken verwendet, auch als Grundnahrungsmittel und Heilmittel. Die proteinreichen Samen geben Ausdauer und stärken Muskeln und Sehnen. Im Detail enthalten sie: Eiweiß, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Calcium (5 mal mehr als Milch), Bor (unterstützt Calcium-Aufnahme), Kalium, Eisen (3 mal mehr als Spinat), Antioxidantien (3 mal mehr als Heidelbeeren). Sie sind proteinreich, enthalten Ballaststoffe und sind glutenfrei. Sie sind zudem sehr lange haltbar. Chia Samen liefern Energie und fördern die Verdauung, sie velangsamen zudem die Umwandlung von Kohlenhydraten zu Zucker im Körper, was ein längeres Sättigungsgefühl und längere Ausdauer bewirkt und somit für Sportler, Diabetiker und Menschen, die abnehmen wollen, gut ist. In Wasser eingeweicht speichern Chia Samen dies und geben es ebenfalls allmählich im Körper ab. 15 Minuten eingeweicht ergibt sich eine Art Gel. Die Samen können Giftstoffe im Körper binden, was gegen vielerlei Beschwerden hilft (Wundheilung, Darmbeschwerden, Sodbrennen,..). Chia Samen können roh verwendet werden, in Wasser aufgeweicht, zermahlen als Mehl-Alternative uvm. Mehr Informationen hier.
Gerstengras und Chia-Samen haben den Nachteil, dass sie nicht heimisch sind, das Gras kommt meist aus China und die Samen stammen aus Südamerika. Auch bei Weizengras-Pulver ist die Frage, ob es aus Österreich/Europa beziehbar ist. Als Bezugsquelle habe ich jedenfalls eine österreichische Marke entdeckt, die es in Reformhäusern zu kaufen gibt: FEINSTOFF aus Wien. Als Alternative gibt es zB den VegaVital Versand aus Deutschland, wo die Pulver in weniger Verpackung sind, jedoch erst hertransportiert werden müssen und mit den Verpackungskosten auf denselben Preis wie Feinstoff kommen.
Im Endeffekt braucht man ja nur sehr wenig von den Stoffen, um super versorgt zu sein. Eine ausgewogene Ernährung ersetzt das alles natürlich nicht, wie es immer so schön heißt, aber unterstützen tun sie diese wunderbar würde ich sagen. Ich probiers mal. Wenn ihr Anregungen, Kritik oder ähnliches habt, gerne ins Kommentarfeld damit, wie gesagt, ich habe mir meine Meinung noch nicht 100% gebildet. Alles Liebe und viel GESUNDheit.





















